Wakka Chikka Wakka Chikka!

Volume 2Das erste Mal kam mir der Begriff ‘Netlabel’ ca. 2003 zu Ohren, als mich eine Freundin auf Comfort Stand aufmerksam machte – großartige Musik in rauen Mengen abseits von durch die Musikindustrie kontrollierten Wegen. Angeregt durch dieses Vorbild wurde Zufall Aufnahmen gegründet und in Folge auch dieser Blog geschaffen.

Eine besondere Spezialität von Comfort Stand sind seine thematisch angelegten hervorragenden Kompilationen. Der größte Erfolg unter diesen war Wakka Chikka Wakka Chikka: Porn Music For The Masses Volume 1 [csr049].

Da das Label aber leider seit einigen Jahren keine Neuveröffentlichungen mehr bringt (der Katalog von gut 100 Veröffentlichungen ist aber nach wie vor zugänglich) , kam es nie zu der im Namen angedeuteten Fortsetzung. Letzten Herbst jedoch raffte sich das damalige Schwesterlabel von Comfort Stand, WM Recordings, auf und forderte die Netlabels-Gemeinde auf, Werke für eine Volume 2 einzusenden. Und hier ist sie nun: Wakka Chikka Wakka Chikka: Porn Music For The Masses Volume 2 [WM076], erschienen auf dem frisch auffrisierten holländischen Netlabel WM Recordings.

“Wie’s dich auch aufzuhorchen treibt …

zufall021Das Rätsel, das Dunkel, die Frage bleibt.”

Das ist einerseits die letzte Strophe eines Gedichts von Theodor Fontane und andererseits der Titel und die Namen der drei Stücke des soeben auf Zufall Aufnahmen erschienenen Werkes der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßen Blickfang.

Performers of improvised music like jazz usually prefer to create their music on the spot. But does it really come ‘out of nowhere’? Is it unmistakenly instant composing or just recycling an odd collection of tunes? The question remains, but does the answer really matter? Incorrect re-created musical debris, the skeleton of other folk’s music or a half forgotten melody arranged to personal preferences, better known as ‘composition’. It’s all there to entertain performers and audiences alike. So: let the good times roll!

So die eigene Meinung der Arbeitgemeinschaft, einem bunten Kollektiv von Leuten verschiedenster Prägungen aus den Niederlanden und aus Deutschland. Und wie kommt so ein Kollektiv ausgerechnet zu einem wiener Netlabel? Laut Jean Quist, der ungefähr ein Fünfundzwanzigstel dieser Arbeitsgemeinschaft darstellt, liegts vor allem an dem sympatischen Logo des Labels und dem Faktum, dass sie selbst auch gerne einmal so ein ähnliches hätten. Nämlich eine Katze, die mit einer Kralle den Ton des neben ihr stehenden Grammophons abnimmt , und diesen in form einer mit “Miau” gefüllten Sprechblase wiedergibt. Vielleicht will ihnen ja jemand sowas zeichnen?

So, genug Geschichten erzählt.

Hier der link zum Release und drunter eine (lange) Hörpeobe:

  • Die Frage bleibt.
[audio:http://www.archive.org/download/zufall021/AfzB-03-Die_Frage_bleibt.mp3]
Bear